Luftkampf

 

Luftkampf über dem Eschborner Flugplatz

 

Am 16. März 1945, nur wenige Tage bevor der Platz von den Amerikanern eingenommen wurde, kehrte Fw Willi Czernotzki (siehe Luftwaffe Abb.7) noch einmal unfreiwillig auf den Eschborner Flugplatz zurück. Zu diesem Zeitpunkt war er als Jagdflieger im Dienste der zweiten Gruppe des Jagdgeschwaders 53. (II./ JG 53)

 

Nachdem er vom Einsatzhafen Zellhausen mit dem Ziel gestartet war, Angriffe auf Bodentruppen im Raum Bad Kreuznach zu fliegen, wurde er unmittelbar nach dem Überflug über den Eschborner Platz in einen Luftkampf mit amerikanischen Mustangs verwickelt. Dabei wurde sein Gruppenkamerad Helmut Alexander abgeschossen und stürzt mit seiner Maschine brennend in der Nähe der heutigen A66 Frankfurt- Wiesbaden ins Feld. Er wurde erst 1952 geborgen und identifiziert.

Willi Czernotzki legte nach dem Luftkampf, nachdem er zuvor noch eine Mustang bei Weißkirchen abgeschossen hatte, auf dem Eschborner Flugplatz mit seiner Messerschmitt wegen blockiertem Fahrwerk eine Bruchlandung hin.1

Ein weiterer Kamerad stürzte ebenfalls ab und bohrte sich mit seiner Maschine in Sulzbach ins Feld, unweit von der Absturzstelle von Helmut Alexander.2

 

Noch am gleichen Tag wurden die an der Oberfläche liegenden Teile des Flugzeugs vom Militär des Eschborner Flugplatzes eingesammelt. Die Absturzstelle befand sich südlich vom Flugplatz, nur ein paar hunderte Meter vom Schießstand entfernt. Das Gebiet wo das Flugzeug in den Boden eingedrungen ist, war zu dieser Zeit sehr sumpfig. Der Rumpf der Maschine hat sich deshalb tief in das Erdreich gebohrt. Eine Bergung fand in diesen Tagen nicht mehr statt.

 

Abb.1: 

Diese Luftaufnahme entstand genau sieben Tage nach dem Absturz der Messerschmitt BF 109-G. Der rote Kreis markiert die Absturzstelle. Sie befindet sich etwa 1400 m südlich der Hangars.

 

Der Flurnamen in diesem Bereich heißt bezeichnenderweise “Seewiese“. Durch den auch HEUTE (siehe Abb.xx), trotz Drainage noch sumpfigen und zeitweise mit Wasser überfluteten Gebiet konnte die Maschine sehr tief in den Boden eindringen.

 

 

Bildquelle: 8th USAAF, NARA 

Hinweis: Beschriftung und Markierungen wurden nachträglich zugefügt

 

 

Erst Jahre später, am 28. Februar 1967 startete Werner Girbig nach einiger Recherche über Vermisste Jagdflieger eine Bergungsaktion mit Hilfe von einem Sulzbacher Baggerunternehmen.

 

Nach kurzer Zeit war klar, dass man die richtige Stelle gefunden hatte. Es roch nach Flugbenzin und man hatte bereits einige Teile gefunden die eindeutig einem Flugzeug zugeordnet werden konnten. Darunter befand sich auch Munition der Bordkanonen.

Trotzdem mußte die Suche nach einiger Zeit abgebrochen werden ohne den Flugzeugrumpf freizulegen oder Anhaltspunkte für einen vermissten Piloten gefunden zu haben. Das eingesetzte Gerät war an dieser Stelle nicht geeignet tiefer zu graben.

 

Erst mit Hilfe der Bundeswehr wurden die Arbeiten mit geeignetem Gerät dann am 19. März 1967, also fast genau 22 Jahre nach eigentlichen Unglück erneut aufgenommen.

Diesmal arbeitet man sich bis in eine Tiefe von 8 m vor. Viele Einzelteile des Flugzeuges konnten dabei geborgen werden, so dass der Typ der Maschine, eine Messerschmitt BF 109  G-14 eindeutig bestimmt werden konnte.

Dieser Maschinentyp wurden zu diesem Zeitpunkt vom JG II / 53 eingesetzt, was zu den Aussagen der Zeugen passte. Auch die Bordkanone, eine MG131 wurden gesichert. 

Letztendlich fand man neben Uniformfetzen auch Wirbelknochen und ein Stück vom Schlüsselbein des Piloten. Leider wurde aber weder die Werknummer der Maschine, noch die Erkennungsmarke des Piloten gefunden werden. 

 

Da es an diesem Kriegstag mehrere Ausfälle mit Vermissten des JG 53 gab und bei der Bergung noch keine DNA Analyse zur Verfügung stand, konnte man die Knochenfunde letzendlich nie eindeutig einer Person zuordnen.

Die sterblichen Überreste des nicht identifizierten Piloten wurden später auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beigesetzt.2

 

 

Die folgende Abbildung zeigt die Bergung der Einzelteile einer Messerschmitt Bf 109 am 19. März 1967 in Sulzbach, in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Fliegerhorst Eschborn.

 

Abb.2: Bildrechte in Klärung 

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Quellen:

National Archives and Records Administration 

1Feindberührung. Erinnerungen 1939-1945 / Julius Meimberg; Hrsg.: Kurt Braatz.- Wang: NeunundzwanzigSechs Verlag, 2. Auflage 2003

2Die nicht zurückgekehrten. Geklärte und ungeklärte Schicksale vermisster deutscher Jagdflieger / Werner Girbig; Hrsg.: Motorbuch Verlag, Stuttgart 1. Auflage 1970

lexikon-der-wehrmacht.de, aus Prien/Rodeike/Stemmer/Bock, Die Jagdfliegerverbände der Deutschen Luftwaffe 1934 bis 1945, mehrere Bände

lagis-hessen.de

 

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