Luftwaffe

 

Die Luftwaffe auf dem Eschborner Einsatzhafen.

 

Etwa 800m Luftlinie, nördlich von den Hangars und dem Flugfeld entfernt, befand sich direkt am Eschborner Ortsrand die Kommandantur, die aus Verwaltungsgebäuden, Quartieren und sonstigen Gebäuden bestand, die für die Sicherheit, den Betrieb und die Versorgung der Luftwaffe auf dem Einsatzhafen Eschborn notwendig waren.

 

Vom Bahnhof kommend, entlang der Sulzbacher Straße erreichte man den Haupteingang zum Flugplatz. Auf der Höhe der heutigen Straßenecke "Am Sportfeld" befand sich eine Wache (siehe Abb.1, Gebäude XXIII). Wie es dahinter aussah, zeigen nun die folgenden Bilder.

 

Insgesamt befanden sich bis zur Höhe der Fahrzeughalle in diesem Bereich 24 Gebäude. Die meisten davon waren Holzbaracken und nur die wenigsten aus Stein gemauert, wie z.B das Verwaltungsgebäude XXIV.

 

 

 

Abb.1: Diese Luftaufnahme vom 30.10.1943 zeigt die Kommandantur, im nördlichen Bereich des Flugplatzes Eschborn. Rechts im Bild die Fahrzeugalle, die bis Heute Abb.18 erhalten ist.

 

Bildquelle:  © Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH, www.luftbilddatenbank.de

Die Verwendung der Abbildung auf dieser Website erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH

 

Hinweis zu Abb.1-1c: 

Die Abbildung zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der gesamten Luftbildaufnahme. Beschriftung und Markierungen wurden nachträglich zu Erläuterungszwecken zugefügt.

 

 

Der Sulzbacher Straße folgend, ca. 80m hinter der Wache, gelangte man rechts an einen kleinen Kreisel und von dort zum inneren Bereich.

 

Inmitten der Gebäuden befanden hier sieben Bunker, die als Schutzraum und Unterstand dienten. Sie sind in dem Abb.1 mit B1-B7 gekennzeichnet. 

Fünf davon waren L-förmige Bauten die mit Erde und Gras bedeckt, aber nur teilweise versenkt waren. Sie zeichnen sich deshalb in der Aufnahmen deutlich ab.

Ein ähnlicher Bunker befindet sich HEUTE Abb.xx noch auf dem Gelände in der Nähe der Hangars. Den Zugang zum Bunker B1 kann man in Abb.3 links von Gebäude IX erkennen.

In Abb.8 am rechten Bildrand sieht man den Eingang zum Bunker B2.

Die zwei größten Bunker in diesem Abschnitt sind mit B6 und B7 gekennzeichnet und befanden sich in der Nähe zum Haupteingang.

Neben der Wache und hinter Bunker B7 kann man einen kurzen Splitterschutzgraben (oft auch als Zickzack- oder Laufgraben bezeichnet) erkennen. 

 

Die Standorte der folgenden Fotos mit den Soldaten wurden mit Hilfe der Luftaufnahme identifiziert. Die roten Pfeile zeigen dabei die Blickrichtung der Kamera an. 

Die dargestellte Luftaufnahme ist vom 30. Oktober 1943 und stammt etwa aus dem gleichen Zeitraum wie die Bilder aus dem Lager. Der ganze Bereich ist hier noch unbeschädigt. Der zerstörende Bombenangriff erfolgte erst 10 Monate später.

 

Abb.2: Die Abbildung zeigt eine Gruppe Soldaten, die sich mit Gepäck auf die Abreise vorbereitet. Sie befinden sich auf dem Flugplatz in Eschborn im Bereich der Unterkünfte. Im Hintergrund kann man von links nach rechts die Gebäude VII; IV und I erkennen, die in der nebenstehenden Luftaufnahme entsprechend markiert sind. 

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn
Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

 

Abb.1a: Die Gruppe in Abb.2 steht etwa dort wo sich der rote Punkt befindet. Der Pfeil markiert die Blickrichtung der Kamera.

 

 

 

 

 

 

Bildquelle:  © Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH,

www.luftbilddatenbank.de

 

Einen noch besseren Überblick über die Baracken in diesem Bereich des Eschborner Flughafens geben die nachfolgenden Bilder.

 

Abb.3: Die Abbildung zeigt die Gruppe Soldaten an der gleichen Ecke wie in Abb.2, jedoch aus einer anderen Perspektive. 

Im Hintergrund kann man hier links entlang der Zufahrt die Gebäude II und III sehen. Auf der rechten Seite erkennt man Gebäude V und dahinter Gebäude VI. Ganz rechts steht das Gebäude XI. Dazwischen der Zugang zum Bunker B1.

Im Vordergrund ein Pilot im Gespräch mit dem Unteroffizier, der die Gruppe links anführt.

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn
Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

Abb.1b: Die in dieser Luftaufnahme markierten Gebäude sind auch in der nebenstehenden Abbildung 3 zu erkennen.

 

Die Pfeilrichtung markiert die Blickrichtung der Kamera in Abb.3.

 

 

 

 

 

 
Bildquelle:  © Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH,

Abb.4: Im Hintergrund der Soldaten ist auf diesem Bild die Längsseite der Baracke I zu sehen. Im Vordergrund links ein Obergefreiter und daneben ein Unteroffizier.

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn

Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

 

 

Abb.1c: Der Pfeil zeigt die Ansicht auf Baracke I, in der nebenstehenden Abbildung 4.

 

 

 

Bildquelle:  © Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH,

Abb.5: Die Abbildung zeigt eine weitere Baracke auf dem Gelände, die aufgrund fehlender Bildinformatonen leider nicht eindeutig zugeordnet werden konnte.

Von den Gebäuden ist Heute (siehe Abb.35) nichts mehr zu sehen. Kurz nach dem Krieg entstand hier ein Wohngebiet. 

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn

Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

 

 

Die Abreise der Soldaten erfolgte an diesem Tag mit dem Zug vom Eschborner Bahnhof, der nur etwa 10 Minuten Fußweg entfernt lag.

 

Abb.6: Auf diesem Bild sieht man den Obergefreiten am Bahnhof in Eschborn.

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn

Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Abb.7: Der Eschborner Bahnhof am gleichen Tag. 

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn

Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Einen weiteren Einblick erhält man durch das folgende Bild. Es zeigt unter anderem den Jagdlehrer Willi Czernotzki. Er wurde mit der 1.Staffel des Jagdgeschwaders 106, am 20. März 1943 nach Eschborn verlegt. Die 1.Staffel war erst unmittelbar zuvor aus der Jagdfliegerschule JFS 6 aufgestellt worden. Er blieb bis August 1943 in Eschborn, bis er zusammen mit der Staffel nach Mannheim-Sandhofen verlegt wurde.

 

 

Abb.8: Die Abbildung zeigt die drei Feldwebel: Oskar Rübeling, Willi Czernotzki und Christian Alt. Sie stehen hier im Bereich der Eschborner Flugplatz-Kaserne.

Im Hintergrund ist der Taunus mit dem Altkönig zu erkennen. Rechts im Bild ist die Längsseite der Baracke III zu sehen. (siehe auch Abb.1 und 3)

Sie wurde später beim Angriff im August 1944 schwer beschädigt und danach nicht wieder aufgebaut. Rechts vor der Baracke befindet sich der Eingang zu einem L- förmigen Luftschutzbunker. Er ist in der Luftaufnahme Abb.1 mit B2 gekennzeichnet. 

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn
Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

 

 

Einige Zeit später, nach seiner Stationierung in Zellhausen, überflog Fw Willi Czernotzki mit seiner Maschine noch einmal den Flugplatz Eschborn und wurde unmittelbar danach in einen Luftkampf mit feindlichen Mustangs verwickelt.2

 

Quellen:

1Erinnerungen an den Flugplatz Eschborn / Günter Kümmel; Hrsg.: Hansjörg Ziegler, Eschborn am Taunus 2012

Ferdinand Klischat, Eschborn

Christian Ries, Eschborn

National Archives and Records Administration 

2Feindberührung. Erinnerungen 1939-1945 / Julius Meimberg; Hrsg.: Kurt Braatz.- Wang: NeunundzwanzigSechs Verlag, 2. Auflage 2003

lexikon-der-wehrmacht.de, aus Prien/Rodeike/Stemmer/Bock, Die Jagdfliegerverbände der Deutschen Luftwaffe 1934 bis 1945, mehrere Bände

Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH, www.luftbilddatenbank.de

 

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