Straßen und Wege

 

Die angelegten Wege und Zufahrten stimmten ziemlich genau mit den Planungen überein und sind auch heute zum Großteil noch Deckungsgleich. 

 

Auf dem Gelände selbst waren die Wege unter anderem so angelegt worden, dass vom Eschborner Bahnhof kommend, über einen sogenannten Culemeyer Anschluss, Eisenbahnwaggons auf  Strassenroller umgeladen und zum Flugplatz transportiert werden konnten.

 

Für den Transportweg zum Flugplatzgelände gab es dazu eine gesonderte, detaillierte Planung deren täglicher Wegumschlag am 16.6.1940 noch mit a.) 0-2 Wagen in Friedenszeiten und b.) 10-12 Wagen im A-Fall angegeben wurde. Es sollten insgesamt 2 Roller und 1 Trecker zum Einsatz kommen.

Der Weg der Strassenroller führte den Planungsunterlagen zufolge vom Eschborner Bahnhof, über die heutige Sossenheimer Straße, dann "Am Sportfeld" entlang, links abbiegend über die Sulzbacher Straße bis zum südlichen Ende des Flughafens. Dort war eine 50 m lange Culemeyerrampe zum Abstellen der Wagons und Kesselwagen vorgesehen. 

Durch den Verlauf der Wege entstand dort eine Wendeschleife für den Rücktransport.

 

 

Abb.1:

Culemeyer Transportweg vom Eschborner Bahnhof zum Gelände. Die heutige Ansicht überlagert mit dem damals geplanten Wegeverlauf.

Die Wege sind heute noch deckungsgleich und wurden exakt wie in der Planung umgesetzt.

 

Bildquellen: BArch RL19-12 (Teil des Lageplans Blatt 335 / Bauleitung der Luftwaffe) überlagert mit Google Earth Luftaufnahme 

Anmerkung: Die Darstellung der hier gezeigten Pläne und Bilder ist in Größe und Auflösung durch bestehende Lizenz - und Bildrechte leider nur sehr eingeschränkt möglich. 

 

 

Auf dem Flugplatz ist in den Plänen im Breich der Culemeyer Rampe die Lage von „provisorisch“ eingebauten Tanks vermerkt. Man kann davon ausgehen, dass diese mit den ebenfalls eingezeichneten Verteilerstationen verbunden waren, um so das Auftanken der Flugzeuge sicherzustellen. Die Tanks wurden mit den Strassenrollern herbeigebrachten Kesselwagen gespeist.

 

Abb.1a:

Das Bild zeigt eine Zugmaschine mit angehängtem Strassenroller.

Mit solchen Strassenrollern wurden vom Eschborner Bahnhof aus Waggons und Kesselwagen zur Versorgung bis zum Flugplatz transportiert. In den Kesselwagen befand sich der Treibstoff für die Flugzeuge.

 

Bildquelle: © Archiv, fliegerhorst-eschborn.de

 

 

Für die Betankung der Flugzeuge waren mehrere Versorgungsschächte als kleine Pumpstationen angelegt. Eine davon ist auf dem dem Gelände heute noch teilweise erhalten. (siehe Abb.2 und 3) Die anderen wurden mittlerweile mit einem Betonmantel verschlossen. (siehe Abb.4) 

 

Mitte der siebziger Jahre wurde noch ein Benzintank auf dem Gelände gefunden, der den Beschreibungen nach mit 30.000 Liter verharztem, gallertartigem Kraftstoff gefüllt war. Dieser wurde zwischenzeitlich aber vollständig entfernt.

 

Abb.2:

Kleine unterirdische Pumpenstation.

Deutlich zu erkennen ist noch der Stahlrahmen, der als Pumpensockel diente. Darunter ein Absperrventil, Kabel und der Schalter zur Steuerung.

 

Bildquelle: © Autor, fliegerhorst-eschborn.de 

Abb.3:

Im Hintergrund sind die Reste der Zu- und Ableitungen zu erkennen.

 

Bildquelle: © Autor, fliegerhorst-eschborn.de

 

Abb.4:

Eine weitere Pumpstation die schon vor längerer Zeit mit einem Betonmantel verschlossen wurde.

 

Bildquelle: © Autor, fliegerhorst-eschborn.de

 

Den Alliierten war bekannt, wo genau die Flugzeuge auf dem Fliegerhorst Eschborn üblicherweise aufgetankt wurden. Sie hatten diese Stellen in einer Skizze vom Platz vermerkt.

 

 

Quellen:  

Sigi Fay (1989): Sulzbach am Taunus II Das Dorf. Von Kurmainz bis Preußen. 1. Auflage

Gerhard Raiss (2017), Stadtarchivar Eschborn. Vortrag "Geschichte des Flugplatzes Eschborn"

Karl Ries: Einsatzhäfen der Luftwaffe; Wolfgang Dierich Motor Buch Verlag, 1. Auflage 1993

Bundesarchiv

Stadtarchiv Schwalbach

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1982

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