Luftwaffe

 

Die Luftwaffe auf dem Eschborner Einsatzhafen.

 

Weit entfernt vom eigentlichen Flugfeld und den Hangars waren direkt am Eschborner Ortsrand Verwaltung, Unterkünfte und sonstige Gebäude angesiedelt, die für Verpflegung und Betrieb der Luftwaffe auf dem Einsatzhafen Eschborn notwendig waren.

 

Vom Bahnhof kommend, entlang der Sulzbacher Straße erfolgte der Hauptzugang zum Flugplatz. Auf der Höhe der heutigen Straßenecke "Am Sportfeld" befand sich eine Wache (siehe Abb.2, Gebäude IX). Wie es dahinter aussah, zeigen nun die folgenden Bilder.

 

Die Standorte der Fotos wurden mit Hilfe von Luftaufnahmen identifiziert. Die Pfeile zeigen die Blickrichtung der Kamera an. Die Luftaufnahmen entstanden 7 Monate nach dem verheerenden Bombenangriff vom 15. August 1944. 

Die Fotos der Soldaten auf dem Flugplatz (Abb.: 1,3 und 5) stammen alle aus der Zeit noch vor dem Angriff, weshalb Gebäude, Wege und Flächen im Hintergrund alle intakt und ohne Bombenkrater zu sehen sind.

 

Zehn Gebäude die im folgenden von Bedeutung sind, wurden in der Luftaufnahme Abb.2 und 4 mit I bis X gekennzeichnet. Insgesamt befanden sich etwa doppelt so viele Gebäude in diesem Abschnitt des Platzes.

 

Abb.1: Die Abbildung zeigt eine Gruppe Soldaten, die sich mit Gepäck auf die Abreise vorbereitet. Sie befinden sich auf dem Flugplatz in Eschborn im Bereich der Unterkünfte. Im Hintergrund kann man von links nach rechts die Gebäude VII, IV und I erkennen, die in der nebenstehenden Luftaufnahme entsprechend markiert sind. Die Gruppe steht etwa dort wo sich der rote Punkt befindet. Die Pfeilrichtung markiert die Blickrichtung der Kamera.

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn
Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

 

Abb.2: Luftaufnahme der Alliierten Streitkräfte vom März 1945.

Die Abbildung zeigt noch immer einen Großteil der Zerstörung des Angriffs vom August 1944. Einige der rot markierten Gebäude sind in der Aufnahme links zu sehen.

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: 8th USAAF, NARA 

 

 

 

Eine noch bessere Übersicht über die Baracken in diesem Bereich des Eschborner Flughafens geben die nachfolgenden Bilder.

 

Abb.3: Die Abbildung zeigt die Gruppe Soldaten an der gleichen Ecke wie in Abb.2, jedoch aus einer anderen Perspektive. 

Im Hintergrund kann man hier links entlang der Zufahrt die Gebäude II und III sehen. Auf der rechten Seite erkennt man Gebäude V und VI. Ganz rechts steht Gebäude VIII. Dazwischen ein Zugang zu einem unterirdischen Schutzraum.

Im Vordergrund ein Pilot im Gespräch mit dem Unteroffizier, der die Gruppe links anführt.

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn
Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

Abb.4: Die Luftaufnahme zeigt u.a. die in der nebenstehenden Abbildung beschriebenen Gebäude.

 

Die Pfeilrichtung markiert die Blickrichtung der Kamera in Abb.3.

 

 

 

 

 

Bildquelle: 8th USAAF, NARA 

 

 

Die Abreise der Soldaten erfolgte an diesem Tag mit dem Zug vom Eschborner Bahnhof, der nur etwa 10 Minuten Fußweg entfernt lag.

 

Abb.5: Im Hintergrund der Soldaten ist auf diesem Bild die Längsseite der Baracke I zu sehen. Im Vordergrund links der Obergefreite und daneben der Unteroffizier.

 

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn

Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

 

Abb.6: Auf diesem Bild sieht man den Obergefreiten am Bahnhof in Eschborn.

 

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn
Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Abb.7: Der Eschborner Bahnhof am gleichen Tag. 

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn
Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

 

Auf der Luftaufnahme (Abb.2 bzw. Abb.4) kann man gut sehen das einige Gebäude stark beschädigt oder zerstört, andere aber scheinbar ohne Beschädigung, oder wieder hergestellt worden sind.

So wie das zweistöckige Verwaltungsgebäude (in den Abbildungen mit X gekennzeichnet), das eines der wenigen Steingebäude war und bei dem Angriff im August 1944 einige Schäden erlitten hatte. 

Es war danach mit einem Notdach versehen worden und einstöckig noch bis zum Ende des Krieges genutzt worden. Hier arbeiteten neben Soldaten auch, Zivilangestellte aus Eschborn.1

 

 

Einen weiteren Einblick in den Kaserenbereich des Flughafens erhält man durch das folgende Bild. Es zeigt neben anderen den Jagdlehrer Willi Czernotzki. Er wurde mit der 1. Staffel des Jagdgeschwaders 106, am 20. März 1943 nach Eschborn verlegt. Die 1. Staffel war erst unmittelbar zuvor aus der Jagdfliegerschule JFS 6 aufgestellt worden. Er blieb bis August 1943 in Eschborn, bis er zusammen mit der Staffel nach Mannheim-Sandhofen verlegt wurde.

 

 

Abb.7: Die Abbildung zeigt die drei Feldwebel: Oskar Rübeling, Willi Czernotzki und Christian Alt. Sie stehen hier im Bereich der Eschborner Flugplatz-Kaserne.

Im Hintergrund ist der Taunus mit dem Altkönig zu erkennen. Rechts im Bild ist die Längsseite der Baracke III zu sehen. (siehe auch Abb.2)

Sie wurde später beim Angriff im August 1944 schwer beschädigt und danach nicht wieder aufgebaut. Rechts vor der Baracke der Eingang zu einem Luftschutzbunker. 

 

Bildquelle: © Ferdinand Klischat, Eschborn
Das Bild wurde freundlicherweise von Ferdinand Klischat zur Verfügung gestellt.

 

 

Am 16. März 1945, nur wenige Tage bevor der Platz von den Amerikanern eingenommen wurde, kehrte Fw Willi Czernotzki noch einmal unfreiwillig auf den Eschborner Flugplatz zurück. Zu diesem Zeitpunkt war er als Jagdflieger im Dienste der zweiten Gruppe des Jagdgeschwaders 53. (II./ JG 53)

 

Nachdem er vom Einsatzhafen Zellhausen mit dem Ziel gestartet war, Angriffe auf Bodentruppen im Raum Bad Kreuznach zu fliegen, wurde er unmittelbar nach dem Überflug über den Eschborner Platz in einen Luftkampf mit amerikanischen Mustangs verwickelt. Dabei wurde sein Gruppenkamerad Helmut Alexander abgeschossen und stürzt mit seiner Maschine brennend in der Nähe der heutigen A66 Frankfurt- Wiesbaden ins Feld. Er wurde erst 1952 geborgen und identifiziert.

Willi Czernotzki legte nach dem Luftkampf, nachdem er zuvor noch eine Mustang bei Weißkirchen abgeschossen hatte, auf dem Eschborner Flugplatz mit seiner Messerschmidt wegen blockiertem Fahrwerk eine Bruchlandung hin.2

Ein weiterer Kamerad stürzte ebenfalls ab und bohrte sich mit seiner Maschine in Sulzbach ins Feld unweit von der Absturzstelle von Helmut Alexander.3

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Quellen:

1Erinnerungen an den Flugplatz Eschborn / Günter Kümmel; Hrsg.: Hansjörg Ziegler, Eschborn am Taunus 2012

Ferdinand Klischat, Eschborn

Christian Ries, Eschborn

National Archives and Records Administration 

2Feindberührung. Erinnerungen 1939-1945 / Julius Meimberg; Hrsg.: Kurt Braatz.- Wang: NeunundzwanzigSechs Verlag, 2. Auflage 2003

3Die nicht zurückgekehrten. Geklärte und ungeklärte Schicksale vermisster deutscher Jagdflieger / Werner Girbig; Hrsg.: Motorbuch Verlag, Stuttgart 1. Auflage 1970

lexikon-der-wehrmacht.de, aus Prien/Rodeike/Stemmer/Bock, Die Jagdfliegerverbände der Deutschen Luftwaffe 1934 bis 1945, mehrere Bände

 

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