Luftwaffe

 

Die Nutzung des Fliegerhorstes Eschborn bzw. des Einsatzhafens, in der Zeit des 2. Weltkrieges durch die Luftwaffe.

 

In den ersten Jahren diente der Platz in Eschborn der Ausbildung von Flugzeugführern für Lastensegler. Die Ausbildung erfolgte am Anfang überwiegend mit Lastenseglern vom Typ DFS 230. Im August 1941 befand sich dazu eine Staffel der Lastensegler Flugschule (S) 1 der Luftwaffe in Eschborn. Die vorgesetzte Dienststelle war zu dieser Zeit in Langendiebach.

 

 

Abb.1: Die Abbildung zeigt einen Lastensegler vom Typ DFS 230, wie er in Eschborn zu Ausbildung von Flugschülern verwendet wurde.

 

Bildquelle: © Archiv, fliegerhorst-eschborn.de

 

Abb.2: Eine DFS 230 im Winter in einem noch nicht fertiggestellten, beschädigten Hangar. Die Situation erinnert an Eschborn, denn auch hier war Hangar #1 und #2 nie fertiggestellt worden. Der tatsächliche Standort dieser Aufnahme ist leider unbekannt.

 

Bildquelle: © Archiv, fliegerhorst-eschborn.de

 

 

Als Schleppflugzeug wurden Doppeldecker vom Typ Arado AR65 verwendet. Aber auch Focke Wulf FW 44 (Stieglitz) kamen in Eschborn zum Einsatz. Dieser Typ wurde aber eher für Sportsegelflugzeuge verwendet. Für Lastensegler wurden zum Schleppen hauptsächlich Heinkel HE 45, Avia B534 oder HE 50 genutzt.

 

 

Abb.3: Die Abbildung zeigt in der Mitte eine Focke Wulf Fw 44 wie sie auch zum Schleppen eingesetzt wurde. Sie diente außerdem als Schulungsflugzeug für die Ausbildung von Piloten.

 

Bildquelle: © Archiv, fliegerhorst-eschborn.de

 

In Eschborn wurden zur Übung die Lastensegler mittels Schleppflugzeug von der Wiese aus auf ca. 600 m Höhe über dem Platz geschleppt und dann ausgeklinkt. So wurden an Tagen mit entsprechendem Flugwetter 20-30 Platzrunden geflogen.

 

Dabei kam es auch immer wieder zu schweren Unfällen. 

So wie im Juni 1941. Bei einem folgenschweren Absturz mit einem DFS 230 Lastensegler, fanden 7 Soldaten den Tod.

 

Abb.4: Die Trauerfeier zu Ehren der Toten, die im Sommer 1941 bei einem Absturz mit einem Lastensegler in Eschborn ums Leben kamen. Im Hintergrund sieht man den Hangar #4. Links und rechts stehen Lastensegler vom Typ DFS 230.

 

 

Bildquelle: © Gerhard Raiss, Stadtarchivar Eschborn

Das Bild wurde freundlicherweise von Gerhard Raiss zur Verfügung gestellt.

 

Bei einem weiteren Unfall der sich auf dem Flugplatz in Eschborn am 05.11.1943 ereignete, hatte der Pilot mehr Glück. Bei einer Übung zum Verbandsflug im Schlepp, berührten sich an diesem Tag zwei Schleppflugzeuge in der Luft. In der Folge kam es in unmittelbarer Nähe des Platzes zur Bruchlandung von einem der Flugzeuge, wobei der Pilot verletzt überlebte.

 

Zwischenzeitlich waren immer wieder verschiedene Jagdgeschwader auf dem Platz stationiert. 

 

Die verwendeten Flugzeuge, häufig Me 109 wurden teilweise in sogenannten Splitterschutzboxen abgestellt. Das war meistens nicht mehr als ein nach drei Seiten durch Sandsäcke abgeschirmter Bereich, der nach einer Seite offen war um inmitten ein Flugzeug abzustellen. Darüber war zur besseren Tarnung oft ein Tarnnetz gespannt. So sollten die Flugzeuge versteckt und vor Beschädigungen durch Bombensplitter geschützt abgestellt werden.

Zwei dieser Splitterschutzboxen befanden sich in den letzten Kriegstagen am östlichen Rand des Platzes, nahe der Sossenheimer Straße. Darin sind in der folgenden Luftaufnahme aus dem Frühjahr 1945 zwei Flugzeuge zu erkennen.

 

 

Abb.5a: Die Abbildung (links) zeigt eine Luftaufnahme vom östlichen Teil des Flugplatzes mit zwei Splitterschutzboxen zum Schutz der Flugzeuge. Rechts unten im Bild ist das Dach von Hangar #5 zu erkennen.

 

Abb.5b: Das Bild  (rechts) zeigt eine Messerschmitt Bf 109 teilweise abgedeckt unter Tarnnetz in einer solchen Schutzeinrichtung. Diese Aufnahme stammt nicht aus Eschborn.

 

Bildquellen: 8th USAAF, NARA

© Archiv, fliegerhorst-eschborn.de

 

 

Im März 1944 war die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 53, kurz II./JG 53 mit dem Staffel- bzw. Geschwarderabzeichen 'Pik As' nach Eschborn verlegt worden.

 

Abb.5c:

Auf dem Platz in Eschborn befanden sich nicht genügend geschützte Stellplätze für alle Flugzeuge. Deshalb wurden die Maschinen oft in der Nähe von Bäumen abgestellt und mit Ästen getarnt. So wie diese Messerschmitt Bf 109 vom JG 53 auf der Abbildung.

Deutlich ist vorne das Staffelwappen 'Pik As' zu erkennen.

 

Bildquelle: © Luftfahrtverlag-Start / Bad Zwischenahn

 

Das Bild wurde freundlicherweise von Axel Urbanke, luftfahrtverlag-start.de zur Verwendung auf dieser Website freigegeben.

 

Veröffentlicht wurde das Bild vom deutsches-militaerarchiv.de

Vielen Dank an Michael Oswald, Deutsches Militärarchiv für die Unterstützung.

 

 

Am 17.April 1944 erhielt die Gruppe eine weitere Maschine vom Typ Messerschmitt Bf 109, das Standardflugzeug dieses Geschwaders. Die Auslieferung wurde auf dem Flugplatz in Eschborn entsprechend gefeiert. Es war eine Maschine die im Rahmen des 3000. Werftauftrages von der Firma Messerschmitt, mit Sitz in Regensburg ausgeliefert wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurden zur Steigerung der Produktion schon Einzelteile der BF 109 außerhalb von Regensburg gefertigt, unter anderem in dem Konzentrationslager Flossenbürg.

 

 

Abb.6: Das im April 1944 in Eschborn stationierte II./JG 53 erhielt zur Verstärkung eine weitere Maschinen vom Typ Messerschmitt Bf 109. Das Bild zeigt im Hintergrund das Hallentor von einem der drei Hangars (#3-#5).

 

Bildquelle: ebay.de

 

 

Vom Flugplatz in Eschborn startete das II./JG 53 nun immer häufiger, um die anfliegenden Bomber und Jäger der Alliierten anzugreifen.

 

Hauptmann Julius Meimberg, der zu dieser Zeit der Gruppenkommandeur des II./JG 53 'Pik As' war, ließ in Eschborn auf das Tor eines Hangars ein B-17 Bomber in Originalgröße aufmalen. Es war eine Maßnahme, um den immer schlechter ausgebildeten jungen Piloten die Angst vor dem großen feindlichen Flugzeug zu nehmen. Zur Übung flogen sie dann häufig simulierte Angriffe auf das Tor.

 

 

 

 

Abb.7: 

Auf dem Hallentor eines Hangars in Eschborn war die Frontansicht einer Boeing B-17 in Originalgröße aufgemalt. Links auf dem Bild sieht man "unter" der Tragfläche 8 Soldaten stehen. Damit wird noch einmal eindrucksvoll die Größe der "Flying Fortress" verdeutlicht.

(siehe auch Dulag Abb.2)

 

Bildquelle: © Feindberührung. Erinnerungen 1939-1945 / Julius Meimberg; Hrsg.: Kurt Braatz.- Wang: NeunundzwanzigSechs Verlag, 2. Auflage 2003

Das Bild stammt aus dem zuvor genannten Buch und wurde freundlicherweise von dem Herausgeber, Dr. Kurt Braatz zur Verfügung gestellt.

 

 

Julius Meimberg hatte während seines Aufenthaltes in Eschborn sein Quartier in Schwalbach am Taunus eingerichtet. Dort wohnte er zusammen mit seiner Frau.

Eines Tages in der Frühe nutzte er die Gelegenheit und startete verbotenerweise mit seiner Frau in einer "Stieglitz" Focke Wulf Fw 44 von Eschborn aus zu einen Rundflug über Frankfurt. (siehe auch Abb.3)

 

 

 

....Diese Seite befindet sich weiter im Aufbau......

 

 

 

Quellen:

Eckard Sauer (2013): Absturz im Kinzigtal. Die Luftfahrt im hessischen Kinzigtal von 1895 bis 1959 1. Auflage

Gerd Salmen: Kunst Wissenschaft "Schlepper bei den Lastenseglern in Eschborn und Langendiebach", Thalia Verlag-Brandenburg an der Havel 2005

historische-eschborn.de

fliegerhorst-eschborn.de

wikipedia.org

John Weal (2012): Jagdgeschwader 53‘Pik As’, Edition Lempertz

militarysignaturearchive.co.uk

Stadtarchiv Schwalbach

ebay.de

Gerhard Raiss (2018), Stadtarchivar Eschborn

hagalil.com

Feindberührung. Erinnerungen 1939-1945 / Julius Meimberg; Hrsg.: Kurt Braatz.- Wang: NeunundzwanzigSechs Verlag, 2. Auflage 2003

Museum und Stadtarchiv Eschborn

luftfahrtverlag-start.de

deutsches-militaerarchiv.de

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© 2017 - 2019, Fliegerhorst-Eschborn.de